Scherben der Vergangenheit
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Flora



Joined: 29.05.2015 16:57
Messages: 7
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Die Tür war metallbeschlagen und das Fackellicht wurde matt davon reflektiert. So tief in der Kanalisation der Stadt, weit abseits von den tatsächlichen Gängen waren die Gerüche anders: Es roch modrig und die Luft war abgestanden.

Flora sah zu ihrer unschuldigen Begleiterin. Nervös war sie, wahrscheinlich zitterte sie und ihre Gedanken rasten. Die Rüstung in die ihre Begleiterin eingepackt war trug unter dem Stoffumhang und dem Mantel deutlich auf. Ihren Bogen hatte sie umklammert. Flora selbst spürte die Euphorie, alle eingenommenen Tränke und Dinge entfalteten sich - sie war auf dem Höchstpunkt. Ihre Haut kribbelte, hinter ihrer Stirn explodierte die Anspannung in Rage.
Wer auch immer hinter der Tür nun war, er würde hören wie sie geöffnet wurde und dass jemand den Ort des Treffens betrat. Letzte Anweisungen wurden leise ausgetauscht. Verabredete Handzeichen. Ohne zu Zögern schickte Flora ihre unschuldige Begleiterin vor und wartete - erst blieb sie direkt in der Tür stehen und spannte Floras Geduldsfäden bis zum Zerreißen. Der kleine Raum war angefüllt mit mindestens drei Personen, aber solange die Tür blockiert war, war es unmöglich einzudringen.
Flora war bereit das Totem zu nutzen, um jeden in diesem Raum zu töten - Schritt für Schritt schlich sie unbemerkt an der Wand entlang. Schatten flackerten an den Wänden entlang.

Trigema, das Zielobjekt, stand mitten im Raum an einem Tisch. Zwei Wachen direkt an der Tür. Alle begrüssten Floras Begleiterin - es war eingefädelt worden, dass man jemanden von der Bruderschaft erwartete. In Trigemas Augen begann gerade das Treffen und die Unterredung - der rote Konvent agierte stümperhaft, gar arrogant. Viel zu vertrauensselig. Was dachten sie, mit wem sie sich hier treffen und Zwiesprache halten würden?

Zorn entlädt sich, eine Speerspitze ragt aus der Brust der ersten Konventwache. Herz und Lunge sind durchbohrt, das erste Leben endet binnen Sekunden. Die zweite Wache liefert Flora einen passablen Kampf von wenigen Sekunden - Stab gegen Speer, frontal.
Dann wird alles schwarz. Trigema wird von Floras Begleiterin getroffen. Ein Pfeil?

Schmerz raste durch Floras Seite. Trigema stand über ihr, die angelegten Fesseln befand Flora als schwach und lächerlich. Ihre Begleiterin war auch verschnürt. Die Wachen des Konvents lagen in Blutlachen. Flora grinste unter ihrer Maske mit weit geöffneten Augen.
Trigemas Ende beginnt damit, dass Floras Begleiterin gefoltert wird. Nicht Flora. Dumme Entscheidung.
Trigemas Ende ist blutig. Eine Wurfaxt im Oberschenkelmuskel, ein Stummel am rechten Arm - Flora verpackte die Hand in einem Beutel - und Floras Begleiterin senkt langsam einen Dolch vom Schlüsselbein ausgehend in ihr Herz. Trigemas Blick verbirgt nicht den Wahnsinn und die Verzweiflung. Eigentlich ist das eine ganz hübsche Frau, aber mit dieser Fratze ist das nun verblichen.

Und dann beginnt die Stille. Warmes Blut rinnt über den Boden. Eine Hand an einem Dolch, ein Leben endet. Flora hält den Atem an. Die Begleiterin kniet, in ihrer Unschuld, zerbrechlich und schwach. Sie wird erkennen, dass sie nun eine Mörderin ist. Der Moment, an dem alles still wurde.
 
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